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Rutschhemmende Oberflächen aus Edelstahl Rostfrei

Für rutschhemmenden Oberflächen aus Edelstahl Rostfrei, die Anwendung im Bauwesen, insbesondere als Bodenbelag finden, sind mehrere technische, gestalterische und normative Aspekte zu beachten:

1. Rutschhemmungsklasse und Normen


Rutschhemmungsklassen (R-Klassen): Die Klassifizierung erfolgt gemäß der DIN EN 16165 (vormals DIN 51130) in den Bewertungsgruppen R9-R13. Für öffentliche Bereiche sind meist R10 bis R12 gefordert – R12 bietet bereits eine hohe Sicherheit bei normalen Gehbedingungen.

Welche Rutschhemmung in welchen Bereichen zur Anwendung kommen muss, regelt die ASR A1.5/1,2 im Anhang 2.
 

2. Einsatzort und Nutzung


Der Ort der Anwendung bestimmt die notwendige Rutschhemmungsklasse:
- Eingangsbereich innen: R9
- Eingangsbereich außen: R11
- Treppen innen: R9
- Treppen außen: R11
- Fahrzeug-Stellplätze: R12
- in der Lederproduktion und Wurstküchen: R13

 

Aufzugsbereiche und Übergänge sind besonders kritisch, da dort unterschiedliche Bodenmaterialien aufeinandertreffen (z. B. Steinfliesen und Edelstahl). Hierbei ist zu beachten, dass die aneinanderstoßenden Beläge nur eine Rutschhemmungsklasse höher oder niedriger sein dürfen (Stolpergefahr).

In bestimmten Küchenbereichen, z.B. Wurstküchen, wird die höchste Rutschhemmungsklasse R13 benötigt. Aufgrund der dortigen Umstände (Verarbeitung von Fleisch und Fett) besteht dort eine erhöhte Rutschgefahr.  

3. Material und Oberflächenstruktur


Edelstahl allein ist nicht automatisch rutschhemmend – die Oberflächenbearbeitung entscheidet:

- Mechanische Strukturierungen (z. B. Riffelungen, Prägungen, Schliffe)
- Kombination mit Einlagen oder Beschichtungen (seltener bei Edelstahl)

Die Rutschhemmung muss dauerhaft sein, also nicht nur im Neuzustand bestehen.
 

4. Reinigungs- und Wartungsfähigkeit


Rutschhemmende Oberflächen dürfen durch Reinigung nicht an Wirkung verlieren.

Edelstahl ist grundsätzlich pflegeleicht, die rutschhemmende Struktur darf aber nicht zugeschmiert oder abgetragen werden. Deshalb: passende Reinigungsmittel verwenden, keine schleifenden Werkzeuge oder aggressiven Mittel einsetzen.
 

5. Ästhetik und Integration


Edelstahl Rostfrei lässt sich gut in moderne Architektur integrieren – dennoch ist auf eine harmonische Verbindung mit angrenzenden Materialien zu achten (z. B. beim Übergang zu Fliesen, Beton oder Glas).

Die rutschhemmende Struktur sollte optisch nicht als Störung, sondern als Gestaltungselement wahrgenommen werden.
 

6. Nachhaltigkeit und Lebensdauer


Edelstahl punktet mit hoher Langlebigkeit, ist zu 100 % recyclingfähig und korrosionsbeständig.

Ein nachhaltiges Sicherheitskonzept setzt auf Materialien, die langfristig wirksam bleiben und nicht nachbehandelt werden müssen. Werkstoff der Wahl ist hier Edelstahl Rostfrei.

7. Zertifizierung und Nachweis


Für öffentliche Bauprojekte oder sicherheitsrelevante Bereiche ist ein Nachweis der Rutschhemmung zwingend erforderlich. Dies erfolgt meist durch ein Prüfzertifikat gemäß DIN EN 16165 (vormals DIN 51130), das dem Bauherrn oder Planer vorzulegen ist.

 

Fazit:
Wer rutschhemmende Edelstahl-Oberflächen plant oder einsetzt, sollte neben der Normerfüllung auch die praktische Anwendung, Reinigung, Integration und Dauerhaftigkeit mit bedenken. Eine sorgfältige Auswahl und Dokumentation sind vor allem im öffentlichen Bau essenziell – für Sicherheit, Design und langfristige Wirtschaftlichkeit.
 

Beispiele für rutschhemmende Oberflächen

Rutschhemmung - Wie wird geprüft?

Zur Erläuterung des Prüfverfahrens hat unser Mitgliedsunternehmen Schmidt Edelstahl GmbH, Hückeswagen, eine Information veröffentlicht >> hier.