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Medidur: Nickelfreies Stahlpulver für medizinische Anwendungen

Neuer austenitischer Spezialstahl der Deutschen Edelstahlwerke
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Medizinische Bauteile aus Medidur haben eine deutlich gesteigerte Lebensdauer © Deutsche Edelstahlwerke

Siegen, 8. März 2021: Ob Implantate, Zahnersatz, Orthesen oder Prothesen – die additive Fertigung ist für die Medizintechnik unerlässlich. Die Deutschen Edelstahlwerke (DEW), ein Unternehmen der Swiss Steel Group, haben jüngst das optimale Stahlpulver für diesen Anwendungsbereich hergestellt. Bei Medidur handelt es sich um ein austenitisches, zum Patent gegebenes Pulver. Durch die Verwendung von Mangan wird auf Nickel verzichtet. Der Werkstoff ist unmagnetisch, korrosionsbeständig und bietet eine hohe Festigkeit, was besonders für medizinische Anwendungen von Vorteil ist. Zudem sind Mitarbeitende und Patienten keiner Belastung durch Nickel ausgesetzt.

Von der Beinprothese bis zu individuell angepassten Knochenersatzteilen: die additive Fertigung hat im Bereich Medizin revolutionäre Innovationen hervorgebracht. Metallpulver, die im 3D-Drucker verarbeitet werden, sind u.a. die Basis all dessen. Dementsprechend haben die Deutschen Edelstahlwerke als Vorreiter in der additiven Fertigung auch einen starken Fokus auf medizinische Anwendungen gelegt. Das Ergebnis ist Medidur. Das Metallpulver kann problemlos auf LPBF-Anlagen mit typischen 316L Verarbeitungsparametern gedruckt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen austenitischen Stählen zeichnet sich der nickelfreie Werkstoff durch eine deutlich erhöhte Dauerschwingfestigkeit, Streckgrenze und Zugfestigkeit aus. Der Werkstoff 316L beispielsweise hat sich zwar als Standardstahl in der additiven Fertigung etabliert, verglichen mit Medidur weist er jedoch eine deutlich geringere Härte auf. Auch die Streckgrenze und die Zugfestigkeit sind bei Medidur doppelt so hoch. Dies ermöglicht es, medizinische Bauteile dünnwandiger bzw. kleiner zu konstruieren. Zusätzlich ist die Dauerschwingfestigkeit rund 30 Prozent höher: Somit besitzen medizinische Bauteile aus Medidur eine deutlich gesteigerte Lebensdauer. Nicht zuletzt bescheinigt die hohe Pitting Resitance Equivalent Number (PREN) von 36 dem Werkstoff eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit: Im gedruckten Zustand ist Medidur nach SEP 1877 Verfahren II (Prüfung zur Beständigkeit gegen Lochkorrosion) und nach ASTM G48 Methode E (Prüfung zur Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion) korrosionsbeständig.

Ohne Nickel, dafür mit Mangan

Dank der Verwendung von Mangan statt Nickel ist mit dem Medidur das Thema Nickelallergie ein für alle Mal beendet. Des Weiteren sind Mitarbeitende bei der Verarbeitung der Pulver keiner Nickelbelastung ausgesetzt. Sicherheitsvorkehrungen, die allein dem Anteil von Nickel in einem Werkstoff zuzuschreiben sind, können eingespart werden. Die DEW produziert ihren Medidur im Werk in Krefeld. Die Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagementsysteme) und nach DIN ISO 13485 (Qualitätsmanagement Medizinprodukte) bescheinigen den DEW eine gleichbleibend hohe Qualität bei allen hauseigenen Pulverwerkstoffen.

Weitere Informationen erhalten Interessenten unter https://www.dew-powder.com/additive-fertigung/medidur

Über die Deutschen Edelstahlwerke
Die Deutschen Edelstahlwerke sind einer der weltweit führenden Hersteller von Edelstahl-Langprodukten mit über 170 Jahren Erfahrung. Das weltweit einzigartige Lieferspektrum umfasst Werkzeugstähle, rost-, säure- und hitzebeständige Stähle (RSH-Stähle), Edelbaustähle sowie Sonderwerkstoffe. Die Abmessungspalette reicht vom gezogenen Draht mit 4,5 mm Durchmesser bis hin zu geschmiedeten Produkten mit 1.100 mm Durchmesser. Die Kunden der Deutschen Edelstahlwerke erhalten die komplette Fertigungskette aus einer Hand: von der Erzeugung über die Anarbeitung bis hin zur Wärme- und Oberflächenbehandlung. Die Deutschen Edelstahlwerke sind ein Unternehmen der Swiss Steel Group.

Über Swiss Steel Group
Die Swiss Steel Group ist einer der führenden Anbieter individueller Lösungen im Bereich Spezialstahl-Langprodukte weltweit. Sowohl bei Werkzeugstahl als auch bei rostfreiem Langstahl zählt der Konzern zu den führenden Herstellern im globalen Markt und gehört zu den beiden größten Unternehmen in Europa für legierten und hochlegierten Edelbaustahl. Mit über 10.000 Mitarbeitern und eigenen Produktions- und Distributionsgesellschaften in über 30 Ländern auf fünf Kontinenten gewährleistet das Unternehmen die globale Betreuung und Versorgung seiner Kunden und bietet ihnen weltweit ein komplettes Portfolio aus Produktion und Sales & Services. Sie profitieren von der technologischen Expertise des Unternehmens, der weltweit konstant hohen Produktqualität sowie der detaillierten Kenntnis lokaler Märkte.

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Wolfgang Henstorf • Deutsche Edelstahlwerke
Telefon: +49 (0) 271 808-2813
E-Mail: wolfgang.henstorf(at)dew-stahl.com
Internet: www.dew-stahl.com

Dr. Andrea Geile • Swiss Steel Holding AG
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E-Mail: a.geile(at)swisssteelgroup.com
Internet: www.swisssteel-group.com

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