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Nichtrostender Lean Duplexstahl – Verarbeitungshinweise für das Zuschneiden und Kaltverformen

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Zuschneiden
Lean Duplex Stähle lassen sich problemlos mit der Laser-, der Wasserstrahlschneidanlage oder der Plasmaanlage zuschneiden. Beim Tafelscheren, Abhacken und Sägen wird eine höhere Maschinenleistung benötigt und ein höherer Werkzeugverschleiß erwartet.

Kaltverformen
Beim Biegen, insbesondere Abkanten in ein Prisma, muss bei den bereits seit einiger Zeit im Markt verfügbaren Lean Duplexsorten ein Mindestbiegeradius (r = t) eingehalten werden. Ein Streckziehen und Hydroforming dieser Stahlsorten ist nur bedingt möglich. Aufgrund der Weiterentwicklung der Duplexstähle gibt es deutlich verbesserte Mindestbruchdehnungswerte, und wir empfehlen anhand der Abnahmeprüfzeugnisse 3.1 den Mindestbiegeradius nach der folgenden Formel gemäß ABZ Z-30.3-6 zu berechnen:

r = (4,2 – A5/10) Ÿ t   

r = Mindestinnenradius
A= Mindestbruchdehnung in % (unverfestigt)
t = Blechdicke oder Durchmesser von Rundstäben

Weil Lean Duplexstähle aufgrund der hohen Festigkeit scharfwinkelig abknicken (siehe Abb. unten), ist der Radius des Abkantschwertes entsprechend groß zu wählen. Ein Rückfedern und der Einfluss der Walzrichtung auf das Kantergebnis hängen bei Lean Duplexstählen, wie auch bei Austeniten, von der tatsächlichen Kaltverfestigung und der Walzrichtung ab. Grundsätzlich federn die Edelstahlsorten mit der höheren Festigkeit auch stärker zurück. Mittlerweile werden auch hinsichtlich der Verformbarkeit optimierte Duplexsorten angeboten, siehe W-Nr. 1.4635 und 1.4637. Diese Stähle besitzen eine Mindestbruchdehnung A5 von 35 % und können damit fast wie Austenite kaltverformt werden.