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Neue Produktionsverfahren für wachsende Nachfrage

Der schnelle Markterfolg des Edelstahls in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts stellte die Entwicklung wirtschaftlicher Verfahren zu seiner Herstellung und Verarbeitung vor große Herausforderungen. So wurden die ersten nichtrostenden Stähle noch in ölgefeuerten, kippbaren Tiegeln hergestellt. Erst die Erfindung von Induktionsschmelzöfen vereinfachte das Verfahren. Anfang der 60er Jahre wurde die Schmelztechnik in ein zweistufiges Verfahren – wahlweise mit Vakuum (VOD) oder Argon (AOD) – geändert. Die neue Produktionstechnik senkte die Herstellungskosten und erweiterte zugleich das Eigenschaftsspektrum nachhaltig. In den 80er-Jahren wurden mit der Einführung des kontinuierlichen Stranggiessverfahrens die Voraussetzungen für ein endabmessungsnahes Gießen geschaffen – ein weiterer qualitativer und wirtschaftlicher Meilenstein. Rechnergestützte Regelungstechnik trieb die Reproduzierbarkeit der Edelstahlprodukte entscheidend weiter voran und die wachsende technologische Differenzierung erschloss immer neue Anwendungsgebiete. Der rasante Erfolg von nichtrostenden Stählen lässt sich eindrucksvoll an den Produktionsmengen ablesen. Von 18.000 Kilogramm anno 1914 schnellte der Bedarf auf 56 Tonnen im Folgejahr. 1950 betrug die weltweite Produktionsmenge 1,0 Mio. Tonnen, 1987 bereits 8,2 Mio. Tonnen, 2005 gar 24,7 Mio. Tonnen. 2011 wurden insgesamt 33,8 Mio. Tonnen Edelstahl Rostfrei produziert. Die heutige Bedeutung des Werkstoffs zeigt sich auch im Internet: Allein die Suchmaschine Google verweist auf 320.000 Beiträge zum Begriff „nichtrostender Stahl“. Ob Industrie, Forschung, Maschinen- und Anlagenbau, Architektur und Bauwesen, Medizin, Umwelt oder Alltag – ohne nichtrostenden Stahl ist die Welt heute nicht mehr vorstellbar.