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Die Entwicklung der nichtrostenden Stähle

Der neu entwickelte, hochlegierte Stahl war die Antwort auf den damals drängenden Bedarf an rost-, säure- und hitzebeständigen Werkstoffen für den chemischen Apparatebau. Erst durch die Kombination dieser Eigenschaften in einem Werkstoff, der auch in den weiteren Verarbeitungsschritten wie Schweißen und Umformen die hohen Anforderungen erfüllte, wurden viele Prozesse wirtschaftlich. Dabei gab es am Anfang nur wenige Stahlsorten und auch die meisten der inzwischen gängigen Verarbeitungsverfahren mussten erst noch erfunden werden. Heute stehen über 120 Edelstahl-Rostfrei-Sorten für die unterschiedlichsten Einsatzbedingungen und Anwendungen zur Verfügung. Die Fachwelt teilt sie nach den Gefügearten in ferritische, martensitische und austenitische Stähle ein. Ferritisch-austenitische Duplex-Stähle ergänzen das aktuelle Spektrum dieser Werkstoffe. Mit Abstand am meisten verbreitet sind auch 100 Jahre nach ihrer Entdeckung austenitische nichtrostende Stähle. Ausgang war der von Benno Strauß erfundene Chromnickelstahl V2A, abgekürzt für Versuchsschmelze 2 Austenit, dessen Bezeichnung noch heute für den weltweit am meisten hergestellten Werkstoff 1.4301 verwendet wird. Seine Korrosionsresistenz gegenüber heißen Säuren machte ihn schon bald nach seiner Entdeckung für die chemische Verfahrenstechnik unentbehrlich. 1919 meldete Krupp Edelstahl auch für medizinische Einsatzzwecke zum Patent an. Durch Erhöhung des Legierungsanteils von Nickel von 8 auf 10 Prozent und Hinzulegieren von Molybdän entwickelte Benno Strauß den V4A-Stahl, der 1928 zum Patent angemeldet wurde. Er entspricht den heutigen Werkstoffnummern 1.4401, 1.4404 und 1.4571 für korrosiv und thermisch höhere Beanspruchungen, wie sie beispielsweise in der Offshore-Technik auftreten können.